Aussendung vom 24.02.2026
Wiener Neustadt, 24. Februar 2026 – Wenn Investitionen über den Ausbau erneuerbarer Energien entscheiden, Lieferketten neu bewertet werden oder Finanzmärkte Klimarisiken einpreisen, sind wissenschaftlich fundierte Nachhaltigkeitserkenntnisse gefragt. Die Lehrveranstaltung „Science of Sustainability“ im englischsprachigen Studium Sustainable Finance & Digital Transformation befasst sich genau mit dieser Thematik.
„Nachhaltigkeit ist kein Schlagwort, sondern eine komplexe gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, betont Karin Roither, Leiterin des Instituts für Nachhaltigkeit an der FH Wiener Neustadt. In der Lehrveranstaltung lernen Studierende, Zielkonflikte zwischen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft kritisch zu reflektieren und Nachhaltigkeitsfragen als systemische Herausforderungen zu begreifen.
Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, die analysiert, eingeordnet und diskutiert werden. Ziel ist es, Studierende zu befähigen, wissenschaftlich fundierte Argumente zu entwickeln – insbesondere dort, wo einfache Lösungen nicht ausreichen.
Globale Zusammenhänge verstehen
Gerade im Bereich nachhaltiger Finanzen sei ein vertieftes Verständnis globaler Zusammenhänge entscheidend, so Roither: „Die Klimakrise wirkt sich längst nicht mehr nur ökologisch aus, sondern zunehmend auch wirtschaftlich, sozial und politisch.“ Evidenzbasierte Kenntnisse in Klimawissenschaft und Klimapolitik seien daher essenziell, um politische Maßnahmen richtig einschätzen zu können, kurzfristige ökonomische Interessen gegen langfristige ökologische Risiken abzuwägen und verantwortungsvolle Entscheidungen in Wirtschaft und Finanzwesen zu treffen.
Bei fehlendem Verständnis besteht die Gefahr von Fehlentscheidungen, Greenwashing oder ineffektiven Maßnahmen, die notwendige Transformationen verzögern.
Lernen mit Klimasimulationen
Ein zentrales Element der Lehrveranstaltung ist ein Workshop mit dem Klimasimulator En-ROADS. Studierende können dabei unterschiedliche politische Maßnahmen – etwa CO₂-Bepreisung, den Ausbau erneuerbarer Energien oder Effizienzsteigerungen – gezielt kombinieren und deren Auswirkungen auf Emissionen, wirtschaftliche Entwicklungen und globale Temperaturpfade simulieren.
„Dadurch wird anschaulich, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Politik, Wirtschaft und Klima sind und welche Folgen zeitliche Verzögerungen oder Nicht-Handeln für die Wirksamkeit von Maßnahmen haben“, erklärt Roither.
Durch die Arbeit mit dem Klimasimulator werden insbesondere Systemdenken, Antizipationsfähigkeit und evidenzbasierte Argumentation geschult. Ergänzt wird das Lehrkonzept durch Fallstudien, Online-Diskussionen und reflexive Lernportfolios, die es den Studierenden ermöglichen, komplexe Nachhaltigkeitsprobleme systemisch zu analysieren und auf praxisnahe Fragestellungen anzuwenden.
Internationales Qualitätslabel
Die hohe fachliche Qualität des Masterprogramms wurde nun auch international bestätigt: Das CFA Institute hat anerkannt, dass der Studiengang Sustainable Finance & Digital Transformation die Inhalte des CFA-Curriculums im Bereich „Sustainable Investing“ umfassend abdeckt und damit den vom Institut etablierten internationalen Qualitätsstandards in der Finanzbranche entspricht.
Das Institut gilt weltweit als führende Institution für Investment-Management-Ausbildung, Ethik und berufliche Exzellenz und setzt international anerkannte Qualitätsstandards in der Finanzbranche.