Aussendung vom 19.05.2026

Neues Toolkit soll medizinische Forschung an Wirkstoffträgern erleichtern

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Am Biotech Campus Tulln startet die FH Wiener Neustadt gemeinsam mit der Universität für Weiterbildung Krems und dem Start-up RNAnalytics Advanced Research GmbH das Forschungsprojekt „LNP Profiling“. Ziel des von der GFF NÖ geförderten Projekts ist die Entwicklung einer Toolbox zur Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln – Partikeln, die Wirkstoffe in menschliche Zellen transportieren. Damit soll deren Verwendung für mehr Labors zugänglich werden.


Tulln, 19. Mai 2026 – Neue Impfstoffe, Krebstherapien oder Gentherapien haben eines gemeinsam: Sie müssen ihre Wirkstoffe sicher in menschliche Zellen bringen. Lipid-Nanopartikel (LNPs) übernehmen dabei genau diese Aufgabe und zählen damit zu den Schlüsseltechnologien der modernen Medizin. Trotz ihres Potenzials ist ihre Entwicklung und Testung bislang aufwendig: Es fehlen einheitliche Methoden und viele Analysen erfordern teure Spezialgeräte. Das erschwert die Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen und schränkt den Zugang für kleinere Labors erheblich ein.

Zugang zur LNP-Technologie erleichtern

Mit dem Projekt „LNP Profiling“ entwickelt ein Konsortium bestehend aus der FH Wiener Neustadt, der Universität für Weiterbildung Krems und dem Tullner Start-up RNAnalytics in den kommenden drei Jahren ein modulares, praxistaugliches Analyse-Toolkit. Dieses soll mit Standardlaborausstattung einsetzbar sein und es Labors unabhängig von Größe und Budget ermöglichen, LNPs nach einheitlichen, validierten Standards zu untersuchen – von physikalischen Eigenschaften bis hin zu biologischen Effekten und Sicherheit.

„Wir wollen die LNP-Forschung aus den hochtechnologischen Labors großer Pharmakonzerne heraus in die Breite tragen", erklärt Projektleiterin Agnes Grünfelder vom Biotech Campus Tulln. „Wenn Labors mit denselben validierten Protokollen arbeiten, werden ihre Ergebnisse vergleichbar – das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die LNP-Forschung schneller in die Klinik kommt." 

Was das Toolkit leisten soll

Das Toolkit soll zentrale Aspekte der LNP-Analyse abdecken. Dazu gehören unter anderem Eigenschaften wie Größe und Ladung der Partikel sowie Untersuchungen dazu, wie sicher sie sind, wie der Körper darauf reagiert und wie gezielt sie Wirkstoffe in Zellen bringen.

Dabei kommen auch moderne Zellmodelle zum Einsatz, die menschliches Gewebe realitätsnah nachbilden. Ergänzt wird dies durch molekulare und bildgebende Verfahren, mit denen sich nachvollziehen lässt, wie Lipid-Nanopartikel von Zellen aufgenommen und verarbeitet werden.

Nachwuchsforschung als zentraler Bestandteil

Eine wichtige Rolle im Projekt übernimmt die Dissertantin Claudia Pilloni, die im PhD-Programm „Regenerative Medicine“ an der Universität für Weiterbildung Krems eingeschrieben ist und ihre Forschung an beiden Standorten durchführt. Dabei arbeitet sie mit menschlichen Zellmodellen, untersucht, die Wirkung von Lipid-Nanopartikel in Zellen, und wirkt an der Entwicklung des Analyse-Toolkits mit.

Bereits im Vorfeld haben zwei Studentinnen des Masterstudiengangs Biotechnology & Analytics am Biotech Campus Tulln im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten mit dem Start-up RNAnalytics wichtige Vorarbeiten im Bereich der LNPs geleistet. „Abschlussarbeiten können bei uns den Startschuss für weiterführende Forschungsprojekte geben“, sagt Birgit Herbinger, Standortleiterin am Biotech Campus Tulln. „Unsere Studierenden arbeiten früh an aktuellen Fragestellungen mit und lernen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen überführt werden.“

Das Forschungsprojekt wird über eine Laufzeit von drei Jahren durch die Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich unterstützt.


Die Fachhochschule Wiener Neustadt, Campus Tulln
Die FH Wiener Neustadt zählt zu den Top-Bildungseinrichtungen des Landes und ist Gestalter sowie Vorbild am heimischen FH-Sektor. Mittels praxisnaher Ausbildung, internationaler Vernetzung und innovativer Forschungsarbeit werden gefragte Persönlichkeiten ausgebildet. Aktuell bietet die FH Wiener Neustadt an drei Standorten und sieben unterschiedlichen Studienorten in Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Wien und Salzburg insgesamt 47 Studiengänge an den fünf Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sport und Sicherheit an. Dies eröffnet den mehr als 4.500 Studierenden eine Vielzahl an Karriereperspektiven. Mehr als 500 MitarbeiterInnen und rund 1.000 ReferentInnen sorgen dabei für die hohe Praxisrelevanz der Ausbildung und einen modernen sowie effizienten Lehrbetrieb.

Am Biotech Campus Tulln sind Lehre, Forschung und Wirtschaft optimal vernetzt. Ideal zur Nutzung von Synergien, sowohl für die ForscherInnen vor Ort und die Studierenden der fünf FH-Studiengänge im Bereich ‚Biotechnischer Verfahren‘, ‚Bio Data Science‘, 'Biomedizinische Analytik' und 'Softwaretechnik' als auch für Kooperationspartner aus der Wirtschaft. Mit der Realisierung des Hauses der Digitalisierung am FH-Campus Tulln durch das Land Niederösterreich etabliert sich der Standort weiter als zentrale Anlaufstelle in Sachen Digitalisierung, Forschung und Innovation.

tulln.fhwn.ac.at
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Bilder (4)

Kick-off des Forschungsprojekts LNP Profiling am Biotech Campus Tulln
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Forschungsprojekt LNP Profiling
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Forschungsprojekt LNP Profiling
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Forschungsprojekt LNP Profiling
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Michelle Steiner
Michelle Steiner, MA

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