Aussendung vom 28.04.2026

Neue Tanks aus Wiener Neustadt für leistungsfähigere Satelliten

Entwicklung innovativer Drucktanks für Kleinsatelliten © Daniel Hinterramskogler

3D-Drucker werden im Projekt genutzt, um zentrale Komponenten der Drucktanks effizient und mit hoher Präzision zu fertigen.

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Die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH und Fachhochschule Wiener Neustadt entwickeln im Rahmen eines Forschungsprojekts innovative Drucktanks für Kleinsatelliten. Durch neue Materialien, additive Fertigung und integrierte Sensorik sollen diese in ihrer Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit verbessert werden und zugleich die europäische Raumfahrt stärken.


Wiener Neustadt, 28. April 2026 – Satelliten liefern täglich Daten, die für Wettervorhersagen, Navigation oder die Beobachtung unseres Planeten genutzt werden. Damit sie im All zuverlässig gesteuert werden können, braucht es leistungsfähige und sichere Antriebssysteme – insbesondere kompakte und widerstandsfähige Drucktanks für die Treibstoffe. An deren Weiterentwicklung arbeiten FOTEC und FH Wiener Neustadt in einem aktuellen Forschungsprojekt.

„Unser Ziel ist es, Drucktanks zu entwickeln, die robuster sind und auch mit anspruchsvolleren Treibstoffen zuverlässig funktionieren. Damit können Satelliten künftig effizienter und länger im Einsatz bleiben“, erklärt Helmut Loibl, Geschäftsführer der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt.

Vom Konzept zum einsatzbereiten Tank

Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte „Composite Overwrapped Pressure Vessels“, die für die Speicherung gasförmiger Treibstoffe wie Wasserstoff, Methan oder Sauerstoff ausgelegt sind. Im Unterschied zu herkömmlichen Lösungen kommen Nickelbasislegierungen wie Inconel oder Hastelloy zum Einsatz, die besonders widerstandsfähig gegenüber Korrosion und hohen Temperaturen sind.

Die FOTEC übernimmt im Projekt die Gesamtkoordination sowie Fertigung und Tests der Drucktanks. Die FH Wiener Neustadt bringt ihre Expertise im Bereich Design und Simulation ein und entwickelt darüber hinaus eine spezielle Wickelanlage zur Umwicklung der Tanks mit Kohlefasern.

„Wir kombinieren im Projekt Simulation und praktische Entwicklung – von der Auslegung der Tanks bis zur Umsetzung in der Wickelanlage“, so Christof Obertscheider vom Institut für Applied Mechanics an der FH Wiener Neustadt. „Dadurch können wir die Prozesse im Detail verstehen und weiterentwickeln.“

Beitrag zur europäischen Raumfahrt

Die entwickelten Tanks werden nach europäischen Raumfahrtstandards umfassend getestet. Dabei werden sie unter verschiedenen Bedingungen wiederholt unter Druck gesetzt und an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Zusätzlich werden Sensoren integriert, die den Füllstand präzise messen und den Zustand der Tanks laufend überwachen.

Das Projekt wird im Rahmen der Ausschreibung 2025 des Austrian Space Applications Programme (ASAP) der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert und läuft über 27 Monate. Neben der FOTEC und FH Wiener Neustadt sind auch industrielle Partnerinnen und Partner sowie Interessensvertreterinnen und -vertreter aus Österreich und Europa eingebunden.

Mit dem Aufbau von Know-how und Infrastruktur im Bereich Hochleistungsdrucktanks leisten FOTEC und FH Wiener Neustadt einen wichtigen Beitrag zur europäischen Raumfahrttechnologie und schaffen die Grundlage für unabhängige, leistungsfähige Lösungen „Made in Europe“. Ziel ist es, eine echte Alternative zu klassischen Aluminiumdrucktanks zu schaffen und damit Niederösterreich als Standort für Weltraumtechnologie zu stärken.


Die Fachhochschule Wiener Neustadt
Die FH Wiener Neustadt zählt zu den Top-Bildungseinrichtungen des Landes und ist Gestalter sowie Vorbild am heimischen FH-Sektor. Mittels praxisnaher Ausbildung, internationaler Vernetzungen und innovativer Forschungsarbeit werden gefragte Persönlichkeiten ausgebildet. Aktuell bietet die FH Wiener Neustadt an drei Standorten und sieben unterschiedlichen Studienorten in Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Wien und Salzburg insgesamt 47 Studiengänge an den fünf Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sport und Sicherheit an. Dies eröffnet den mehr als 4.500 Studierenden eine Vielzahl an Karriereperspektiven. Mehr als 500 MitarbeiterInnen und rund 1.000 ReferentInnen sorgen dabei für die hohe Praxisrelevanz der Ausbildung und einen modernen sowie effizienten Lehrbetrieb. Die FH Wiener Neustadt verfügt über ein eigenes, preisgekröntes Forschungsunternehmen – die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH – und kooperiert mit 90 Partnerhochschulen weltweit. Die FHI (Fachhochschul-Immobiliengesellschaft der FHWN) realisierte in den vergangenen Jahren zahlreiche Leuchtturm-Projekte auf internationalem Top-Level, wie den Bau des Hauses der Digitalisierung am Biotech Campus Tulln, den City Campus Wiener Neustadt oder sämtliche Campuserweiterungen. Der Campus Wieselburg gilt als Hotspot für Nachhaltigkeit, Sustainable Innovation und als Zentrum für Marketing und Consumer Science. Der Biotech-Campus Tulln etabliert sich zunehmend als zentrale Anlaufstelle in Sachen Forschung, Innovation und Digitalisierung. Neben der laufenden Weiterentwicklung des Studienangebots und der aktiven Vernetzung durch internationale Kooperationen, sind die Eröffnung des Innovation Labs in Wiener Neustadt und die Implementierung des Instituts für Nachhaltigkeit wesentliche Meilensteine im Ausbau der FHWN sowie des Wissenschaftsstandortes Niederösterreich.

fhwn.ac.at

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Bilder (3)

Entwicklung innovativer Drucktanks für Kleinsatelliten
4 000 x 2 667 © Daniel Hinterramskogler
Projektmitarbeiter Christof Obertscheider vom Institut für Applied Mechanics
6 000 x 3 376 © FHWN
3D-Modell eines Tanks
1 914 x 1 153 © Screenshot FHWN


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Michelle Steiner
Michelle Steiner, MA

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