Aussendung vom 12.05.2026

Intensität oder Tretfrequenz: FHWN-Studie zeigt, was beim Radfahren wirklich zählt

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Radfahren stellt viele vor die gleiche Frage: schneller mit weniger Kraftaufwand oder langsamer mit mehr Kraft treten? Eine Studie der FH Wiener Neustadt zeigt, dass nicht die Geschwindigkeit der Pedalbewegung entscheidend ist, sondern vor allem die Trainingsintensität. Sie bestimmt, wie der Körper Sauerstoff aufnimmt und im Muskel nutzt.


Wiener Neustadt, 12. Mai 2026 – Ob auf dem Rennrad, im Fitnessstudio oder beim Spinningkurs: Ausdauertraining gehört für viele zum festen Bestandteil ihres Trainingsalltags. Doch wie lässt sich dieses tatsächlich effektiv gestalten? Neue Forschungsergebnisse der FH Wiener Neustadt liefern eine Antwort darauf, welche Faktoren darüber entscheiden, wie der Körper auf Belastung reagiert.

„Unsere Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass die Trainingsintensität der zentrale Treiber für die physiologischen Anpassungen ist“, erklärt Alfred Nimmerichter, Leiter der Fakultät Sport. „Ob jemand schneller oder langsamer in die Pedale tritt, hat hingegen keinen Einfluss darauf, wie der Muskel Sauerstoff nutzt und verarbeitet.“

Trainingsintensität schlägt Tretfrequenz

Im Rahmen der Studie wurde untersucht, wie sich unterschiedliche Belastungsintensitäten und die Tretfrequenz – also die Anzahl der Pedalumdrehungen pro Minute – auf die zentrale Sauerstoffaufnahme über Lunge, Herz und Blut, sowie die Sauerstoffverwertung direkt im Muskel auswirken. Dafür wurden gut trainierte Radfahrer unter kontrollierten Laborbedingungen getestet.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Mit steigender Intensität nimmt sowohl der Energieverbrauch als auch die Sauerstoffnutzung im Muskel deutlich zu. Die Tretfrequenz hingegen spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Selbst wenn bei niedriger Frequenz mehr Kraft pro Tritt notwendig ist und bei höherer Frequenz weniger, bleibt die Sauerstoffnutzung im Muskel weitgehend unverändert.

Das bedeutet: Der Körper reagiert vor allem auf die Höhe der Belastung – nicht darauf, ob diese durch schnellere oder langsamere Bewegungen erzeugt wird.

Relevanz für Training und Praxis

Für die Trainingspraxis liefert die Studie damit eine klare Orientierung. Wer seine Ausdauer gezielt verbessern möchte, sollte den Fokus in erster Linie auf die richtige Intensität legen. Die Tretfrequenz kann weiterhin sinnvoll eingesetzt werden, etwa um unterschiedliche neuromuskuläre Anforderungen zu setzen oder das Training abwechslungsreich zu gestalten, ist aber nicht ausschlaggebend für die Sauerstoffversorgung der Muskulatur.

Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen von zwei Masterarbeiten im Studiengang Training & Sport an der FH Wiener Neustadt und wurde anschließend im Forschungsteam weiter aufgearbeitet. FHWN-Studierende haben von Beginn an die Möglichkeit, an realen Forschungsprojekten mitzuwirken, die in vielen Fällen auch über das Studium hinaus weitergeführt, wissenschaftlich aufgearbeitet und direkt in die Praxis übertragen werden können.

Hier geht es zur aktuellen Publikation.


 Die Fachhochschule Wiener Neustadt
Die FH Wiener Neustadt zählt zu den Top-Bildungseinrichtungen des Landes und ist Gestalter sowie Vorbild am heimischen FH-Sektor. Mittels praxisnaher Ausbildung, internationaler Vernetzungen und innovativer Forschungsarbeit werden gefragte Persönlichkeiten ausgebildet. Aktuell bietet die FH Wiener Neustadt an drei Standorten und sieben unterschiedlichen Studienorten in Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Wien und Salzburg insgesamt 47 Studiengänge an den fünf Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sport und Sicherheit an. Dies eröffnet den mehr als 4.500 Studierenden eine Vielzahl an Karriereperspektiven. Mehr als 500 MitarbeiterInnen und rund 1.000 ReferentInnen sorgen dabei für die hohe Praxisrelevanz der Ausbildung und einen modernen sowie effizienten Lehrbetrieb. Die FH Wiener Neustadt verfügt über ein eigenes, preisgekröntes Forschungsunternehmen – die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH – und kooperiert mit 90 Partnerhochschulen weltweit. Die FHI (Fachhochschul-Immobiliengesellschaft der FHWN) realisierte in den vergangenen Jahren zahlreiche Leuchtturm-Projekte auf internationalem Top-Level, wie den Bau des Hauses der Digitalisierung am Biotech Campus Tulln, den City Campus Wiener Neustadt oder sämtliche Campuserweiterungen. Der Campus Wieselburg gilt als Hotspot für Nachhaltigkeit, Sustainable Innovation und als Zentrum für Marketing und Consumer Science. Ein Ort, der Digitalisierung & Landwirtschaft optimal vereint ist der Campus Francisco Josephinum in Wieselburg, wo der in Österreich einzigartige Bachelor-Studiengang Agrartechnologie & Digital Farming angeboten wird. Der Biotech-Campus Tulln etabliert sich zunehmend als zentrale Anlaufstelle in Sachen Forschung, Innovation und Digitalisierung. 

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