Aussendung vom 23.09.2026

FHWN-Forschung zeigt: Wie sich Produkte online „fühlen“ lassen

Wie sich Produkte online „fühlen“ lassen © Envato Elements

Wie weich ist der Pullover, wie geschmeidig der Stoff, wie angenehm fühlt sich die Oberfläche an? Beim Online-Shopping können wir Produkte nicht in die Hand nehmen – Produkttexte können helfen, diese Lücke zu schließen.

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Online einkaufen, ohne ein Produkt jemals in der Hand zu halten: Eine gemeinsame Studie der FH Wiener Neustadt und der Sigmund Freud PrivatUniversität zeigt, dass gezielte Produktbeschreibungen die Vorstellung davon fördern können, wie sich ein Produkt anfühlt und damit auch die Kaufabsicht steigern.


Wieselburg, 23. September 2026 – Wie weich ist der Pullover, wie geschmeidig der Stoff, wie angenehm fühlt sich die Oberfläche an? Beim Online-Shopping können wir Produkte nicht in die Hand nehmen – Produkttexte können helfen, diese Lücke zu schließen. Eine Studie von Elisabeth Wolfsteiner und Sandra Holub gemeinsam mit Erstautorin Marion Garaus, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der SFU, zeigt: Beschreibungen, die das Gefühl eines Produkts sprachlich vermitteln, können die Kaufabsicht steigern.

Wenn Worte den Tastsinn ansprechen

In vier Experimenten untersuchte das Forschungsteam, welchen Einfluss sensorische Produktbeschreibungen auf Kaufentscheidungen im Onlinehandel haben. Dabei zeigte sich: Formulierungen, die vermitteln, wie sich ein Produkt anfühlt, regen dazu an, sich die Berührung mit dem Produkt gedanklich vorzustellen. Diese sogenannte haptische Vorstellung kann wiederum dazu führen, dass Konsumentinnen und Konsumenten bereits vor dem Kauf eine stärkere Verbindung zum Produkt entwickeln.

„Beim Online-Shopping fehlt die Möglichkeit, ein Produkt tatsächlich anzugreifen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Sprache einen Teil dieser fehlenden Erfahrung auffangen kann. Wenn wir uns beim Lesen vorstellen können, wie sich ein Produkt anfühlt, kann dadurch bereits ein Gefühl entstehen, als würde es ein Stück weit uns gehören“, erklärt Sandra Holub, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt.

Beim Schenken besonders wirkungsvoll

Besonders interessant ist der Effekt beim Kauf von Geschenken. Wer für eine andere Person einkauft, steht zusätzlich vor der Frage, ob das Produkt den Erwartungen der beschenkten Person entspricht. Diese Unsicherheit kann die Kaufentscheidung erschweren. Die Studie zeigt, dass sensorische Produktbeschreibungen die Kaufabsicht gerade in solchen Situationen besonders stark beeinflussen können.

Für Händlerinnen und Händler ergeben sich daraus konkrete Ansatzpunkte für die Gestaltung von Onlineshops. Statt ein Kleidungsstück beispielsweise lediglich als „Pullover aus Baumwolle“ zu beschreiben, können Formulierungen, die Eigenschaften wie weich, flauschig oder angenehm auf der Haut hervorheben, die Vorstellungskraft stärker anregen.

Kleine Worte, große Wirkung

Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Rolle Produkttexte neben Bildern, Videos und technischen Angaben im E-Commerce spielen können. „Online-Shopping ist stark visuell geprägt. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass auch der Tastsinn bei der Gestaltung digitaler Einkaufserlebnisse mitgedacht werden sollte. Produkttexte können hier eine wichtige Brücke schlagen“, so Elisabeth Wolfsteiner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt.

Mit der Veröffentlichung im internationalen Fachjournal Journal of Business Research liefert die Studie neue Impulse für die Frage, wie digitale Einkaufserlebnisse künftig stärker auf unterschiedliche Sinneseindrücke ausgerichtet werden können.

Die vollständige Studie ist hier frei zugänglich.


Die Fachhochschule Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Die FH Wiener Neustadt zählt zu den Top-Bildungseinrichtungen des Landes und ist Gestalter sowie Vorbild am heimischen FH-Sektor. Mittels praxisnaher Ausbildung, internationaler Vernetzungen und innovativer Forschungsarbeit werden gefragte Persönlichkeiten ausgebildet. Aktuell bietet die FH Wiener Neustadt an drei Standorten und sieben unterschiedlichen Studienorten in Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Wien und Salzburg insgesamt 47 Studiengänge an den fünf Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sport und Sicherheit an. Dies eröffnet den mehr als 5.000 Studierenden eine Vielzahl an Karriereperspektiven. Mehr als 500 MitarbeiterInnen und rund 1.000 ReferentInnen sorgen dabei für die hohe Praxisrelevanz der Ausbildung und einen modernen sowie effizienten Lehrbetrieb. Der Campus Wieselburg versteht sich als Hotspot für Nachhaltigkeit und Sustainable Innovation sowie Marketing und Consumer Science. Mit 20 Jahren Markt- und Forschungserfahrung in den zukunftsträchtigen Bereichen Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Lebensmittelwissenschaften sowie Markt- und Konsumentenforschung, zählt der Campus Wieselburg zu den landesweit führenden Kompetenzzentren. Lehre und Forschung orientieren sich in allen Spezialisierungen an den Leitwerten Praxisnähe, Interdisziplinarität und Nachhaltigkeit. Mit dem neu gegründeten Institut für Nachhaltigkeit setzt der Campus Wieselburg ein weiteres Ausrufezeichen für die wegweisende Kompetenzentwicklung. Ein Ort, der Innovation, Digitalisierung & Landwirtschaft optimal vereint ist auch der Campus Francisco Josephinum in Wieselburg, wo der in Österreich einzigartige Bachelor-Studiengang Agrartechnologie & Digital Farming angeboten wird.

wieselburg.fhwn.ac.at/
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Bilder (3)

Wie sich Produkte online „fühlen“ lassen
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Mag. Elisabeth Wolfsteiner PhD
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Mag. Sandra Holub
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