Mission Merkur: FHWN entwickelte Testsoftware für Raumsonde BepiColombo Wiener Neustadt, 22. Oktober 2018 – Die Raumsonde BepiColombo, eine Wissenschaftsmission der europäischen Raumfahrtagentur ESA, machte sich Samstagfrüh auf ihren langen Weg zum Merkur. Läuft alles nach Plan, erreicht die Sonde Ende 2025 die Zielumlaufbahn des am wenigsten bekannten Planeten des Sonnensystems. Eine Herausforderung, da die Bedingungen keine einfachen sind. Die Temperaturen auf dem Merkur schwanken beispielsweise zwischen plus 430 Grad Celsius und minus 170 Grad Celsius. Dies erfordert Technologien, welche dieser Witterung standhalten und nicht nur das Überleben der Sonde sicherstellen, sondern auch Forschung am Merkur ermöglichen. Die ESA erhofft sich mit dieser Mission, bessere Einblicke in die Entstehung des Sonnensystems wie auch die Entwicklung des Merkur zu erhalten.    Die FH Wiener Neustadt ist zwar nicht direkt mit an Bord, war aber in der kritischen Testphase maßgeblich an der Mission beteiligt.    „Dieses Projekt zeigt, dass neben der Lehre auch interessante Entwicklungsaufträge in einem hochmotivierten Team an der FH Wiener Neustadt möglich sind und Studierende schon während ihrer Ausbildung in Aufgabenstellungen, welche direkt aus der Praxis kommen, eingebunden werden“, so Prof. (FH) Dipl.-Ing. Wolfgang Wöber, Projekt- & Fachbereichsleitung Electrical Engineering an der FH Wiener Neustadt.   Konkret wurde Testequipment für die Abnahmetests der Sonde entwickelt, welches das Verhalten der Triebwerks-Verstellmechanismen, der Druckregelung und des Onboard-Computers simuliert. Weiters wurde die gesamte Testsoftware zur Ansteuerung der Simulatoren und Reaktion der Elektronikkomponenten der Raumsonde in diesem Team entwickelt. Mit diesem Equipment konnten schon lange vor dem Start möglicherweise auftretende Fehler durchgespielt und bestmöglich vermieden werden. (Kunde: RUAG Space GmbH, die für die Entwicklung des Positioniersystems zuständig war.)   „Es freut mich sehr, dass die FH Wiener Neustadt einen Beitrag zu diesem herausragenden ESA-Projekt beitragen konnte. Die Entwicklung der spezifischen Testsoftware wie auch der Elektronik ist nicht unerheblich für den Erfolg des Gesamtprojektes, da so Fehlerherde frühzeitig erkannt und behoben werden können. Unsere motivierten Studierenden wie auch MitarbeiterInnen des Fachbereichs Electrical Engineering haben dieses Praxis-Projekt mit vollem Engagement und viel Herzblut umgesetzt“, weiß Mag. Josef Wiesler, Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt.   "Die FH Wiener Neustadt stellt einmal mehr ihre wissenschaftliche Kompetenz und Bedeutung in der Welt der Hochtechnologie unter Beweis. Gerade im Bereich der Raumfahrt hat sich die Fachhochschule in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Dadurch trägt die FH den Namen 'Wiener Neustadt' bis ins Weltall, wofür ich mich bei allen Beteiligten sehr herzlich bedanke“, so Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, Aufsichtsratsvorsitzender der FH Wiener Neustadt.   Mehr Infos zur Merkur-Mission unter: https://orf.at/stories/3068401/